Ausgabe September 2013

Der BRICS-Komplex

Der Aufstieg des Südens – und seine Grenzen

In den frühen 2000er Jahren wurden die Forschungsanalysten der größten Investmentbank der Welt, Goldman Sachs, auf einen neuen Block starker südlicher Staaten aufmerksam. Einer der ihren, Jim O’Neill, prägte daraufhin 2001 den Begriff BRIC – für Brasilien, Russland, Indien und China.

O’Neill hatte keinen Sinn für Politik, bei ihm drehte sich alles um die Ökonomie. Für den Mann von Goldman Sachs war allein die Größe ausschlaggebend: Die BRIC-Staaten (später, mit Südafrika, BRICS) umfassten riesige Landflächen, auf denen große Bevölkerungen lebten, die nun begonnen hatten, enorme Mengen an Gütern und Dienstleistungen hervorzubringen. Brasilien und Russland exportierten Rohmaterialien nach Indien und China, die im Gegenzug Fabrikwaren und Handelsdienstleistungen lieferten. Der Transit zwischen diesen Giganten hatte das Potential, ohne Europa, Japan und die Vereinigten Staaten auszukommen, die bisher als Mittler für den größten Teil des Welthandels fungiert hatten.

Die BRIC-Staaten würden nicht nur als größte Wirtschaftseinheiten des Planeten hervortreten, die Analysten hatten vielmehr den Eindruck, dass der BRIC-Block sogar das Potential besaß, den globalen Norden zu verdrängen.

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In der Dezember-Ausgabe ergründet Thomas Assheuer, was die völkische Rechte mit der Silicon-Valley-Elite verbindet, und erkennt in Ernst Jünger, einem Vordenker des historischen Faschismus, auch einen Stichwortgeber der Cyberlibertären. Ob in den USA, Russland, China oder Europa: Überall bilden Antifeminismus, Queerphobie und die selektive Geburtenförderung wichtige Bausteine faschistischer Biopolitik, argumentiert Christa Wichterich. Friederike Otto wiederum erläutert, warum wir trotz der schwachen Ergebnisse der UN-Klimakonferenz nicht in Ohnmacht verfallen dürfen und die Narrative des fossilistischen Kolonialismus herausfordern müssen. Hannes Einsporn warnt angesichts weltweit hoher Flüchtlingszahlen und immer restriktiverer Migrationspolitiken vor einem Kollaps des globalen Flüchtlingsschutzes. Und die Sozialwissenschaftler Tim Engartner und Daniel von Orloff zeigen mit Blick auf Großbritannien und die Schweiz, wie wir dem Bahndesaster entkommen könnten – nämlich mit einer gemeinwohlorientierten Bürgerbahn. 

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