Ausgabe November 2013

Der Kampf um den Nordpol

In den vergangenen zwei Wochen hat die olympische Fackel einen besonders symbolträchtigen Teil ihrer Reise nach Sotschi unternommen: Auf dem größten atomar betriebenen russischen Eisbrecher „50. Jahrestag des Sieges“ schipperte sie zum Nordpol. Russland unterstrich damit besonders eindrucksvoll seinen Anspruch auf die Arktis. Darüber täuscht auch die Einladung zur Reise an alle anderen Anrainerländer nur oberflächlich hinweg. Seit Jahren streiten sie um die Rechte und den Zugriff auf die Ressourcen am Nordpol.

Kurz vor Beginn des Fackellaufs, Anfang Oktober, erklärte Russlands Präsident Wladimir Putin, es gebe keinen Zweifel daran, dass die Arktis zum russischen Staatsgebiet gehöre. Diese sei ein Teil der Russischen Föderation und seit Jahrhunderten unter Russlands Souveränität. Damit das auch in absehbarer Zukunft so bleibt, werde Russland laut Putin seine Aktivitäten in der Region weiter ausbauen. Wenige Tage zuvor hatte die russische Justiz ein Greenpeace-Schiff konfiszieren lassen und die 30 an Bord befindlichen Aktivisten wegen Piraterie angeklagt. Diese hatten versucht, eine russische Bohrinsel in der Arktis zu entern, um auf Umweltrisiken durch die Gas- und Ölförderung aufmerksam zu machen. Die von maskierten und bewaffneten Männern festgenommenen Greenpeace-Aktivisten sitzen seitdem in russischen Gefängnissen fest.

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In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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