Ausgabe Dezember 2013

Wie die evangelische Kirche Fakten schafft

In der medialen Berichterstattung ging es mal wieder allzu sehr um Personen bei der diesjährigen Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Nach dem Rückzug von Grünen-Politikerin Katrin Göring-Eckardt von der Spitze der Synode duellierten sich CSU-Mann Günther Beckstein und die Bremer Juristin Brigitte Boehme in zwei Wahlgängen, ohne die erforderliche Mehrheit zu erringen. Beide mussten erst zum Rücktritt bewogen werden, bevor im dritten Wahlgang die FDP-Frau Irmgard Schwaetzer ohne Gegenkandidatin gewählt wurde.

Doch von ihrer nur rund 18monatigen Amtszeit wird nicht allzu viel abhängen. Viel wichtiger ist, dass auf dieser Synode bedeutende Entscheidungen zum kirchlichen Arbeitsrecht getroffen wurden – mit Folgen für rund 670 000 Angestellte bei Kirche und Diakonie. Angesichts dessen kann man sich nur wundern, dass hierzu keineswegs heiß diskutiert wurde, sondern die Vorlagen der Kirchenjuristen ohne große Änderungen durchgingen.

Wie schon in Magdeburg 2011 hat die Synode zweierlei beschlossen: erstens ein Rahmengesetz und zweitens eine politische Bekundung.

Sie haben etwa 7% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 93% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1.00€)
Digitalausgabe kaufen (9.50€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Januar 2026

In der Januar-Ausgabe skizziert der Journalist David Brooks, wie die so dringend nötige Massenbewegung gegen den Trumpismus entstehen könnte. Der Politikwissenschaftler Philipp Lepenies erörtert, ob die Demokratie in den USA in ihrem 250. Jubiläumsjahr noch gesichert ist – und wie sie in Deutschland geschützt werden kann. Der Politikwissenschaftler Sven Altenburger beleuchtet die aktuelle Debatte um die Wehrpflicht – und deren bürgerlich-demokratische Grundlagen. Der Sinologe Lucas Brang analysiert Pekings neue Friedensdiplomatie und erörtert, welche Antwort Europa darauf finden sollte. Die Journalistinnen Susanne Götze und Annika Joeres erläutern, warum die Abhängigkeit von Öl und Gas Europas Sicherheit gefährdet und wie wir ihr entkommen. Der Medienwissenschaftler Roberto Simanowski erklärt, wie wir im Umgang mit Künstlicher Intelligenz unsere Fähigkeit zum kritischen Denken bewahren können. Und die Soziologin Judith Kohlenberger plädiert für eine »Politik der Empathie« – als ein Schlüssel zur Bekämpfung autoritärer, illiberaler Tendenzen in unserer Gesellschaft.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Flucht vor der Verantwortung: Lieferkettengesetze am Ende?

von Merle Groneweg

Der 11. September erinnert nicht nur an den Einsturz des World Trade Centers in New York, sondern auch an eine der schwersten Katastrophen in der Textilindustrie: den Brand in der Fabrik Ali Enterprises in Karatschi, Pakistan.

Ohne EU-Mindestlohn kein soziales Europa

von Roland Erne

Nach Jahren antisozialer Politik infolge der Finanzkrise von 2008 standen soziale Fragen in der vergangenen Legislatur der EU wieder weiter oben auf der Agenda. Zwischen 2022 und 2024 verabschiedeten das EU-Parlament und der Rat seit langem wieder mehrere soziale EU-Gesetze, darunter die Richtlinie über „angemessene Mindestlöhne in der Europäischen Union“.

Drei Millionen ohne Abschluss: Was tun?

von Maike Rademaker

Die Zahl war lediglich einen Tag lang einige Schlagzeilen wert: Rund 2,9 Millionen junge Menschen zwischen 20 und 34 Jahren hierzulande haben keinen Berufsabschluss. Maike Rademaker analysiert Gründe und Lösungsansätze.