Ausgabe Januar 2016

Reichtum macht arm

Als vor exakt 50 Jahren ein junger begabter Ökonom seine Dissertation vorlegte, hätte wohl kaum jemand geahnt, dass aus ihm eines Tages ein weltbekannter Wissenschaftler und Intellektueller werden würde. Dabei ist das Thema, mit dem sich der junge Joseph Stiglitz schon damals beschäftigte, stets das gleiche geblieben – die nationale wie internationale Ungleichheit.

2001 wurde Stiglitz zusammen mit George Ackerlof und Michael Spence mit dem Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften ausgezeichnet – und zwar konkret für seine Forschung zum Marktversagen durch asymmetrische, ungleiche Informationen, etwa zwischen dem Bankberater, der über die Risiken von Finanzmarktprodukten informiert ist, und dem ahnungslosen Käufer.

Mit seinem neuen Buch „Reich und Arm“ macht Joseph Stiglitz nun seine wichtigsten Beiträge zur „wachsenden Ungleichheit“ zugänglich. Dabei handelt es sich beileibe nicht nur um einen schlichten Sammelband, der die von ihm über viele Jahre verfassten Texte – jeweils mit einer hochaktuellen Einordnung – zusammenfasst, sondern um eine sehr grundsätzliche Einführung in das Thema. Das ausgesprochen gut lesbare Buch lässt sich zudem schrittweise, dosiert nach den einzelnen Beiträgen, erschließen.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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