Ausgabe September 2017

Die Rache der Realität und die Kraft der Utopie

Trumps Krieg gegen die Fakten und wie wir ihn gewinnen können

Ein in dieser Art bisher noch nicht gekanntes Merkmal der Trump-Ära ist der Krieg gegen Tatsachen: Die Presse wird als Feind des Volkes bezeichnet, wissenschaftliche Informationen verschwinden von Regierungs-Webseiten, und den Presseabteilungen der Ministerien und Behörden wird de facto verboten, über das Thema Klimawandel zu sprechen.

Als Reaktion darauf sind mehrere Initiativen aktiv geworden, um auf einfallsreiche Weise eine Lanze für die objektive Wahrheit zu brechen. Und es werden koordinierte internationale Anstrengungen unternommen, um zu verhindern, dass die wichtigen wissenschaftlichen Forschungsergebnisse, die auf wundersame Weise von den Regierungs-Webseiten verschwunden sind, dem Vergessen anheimfallen. Bereits kurz nach Trumps Wahlsieg verkündete das in San Francisco ansässige gemeinnützige Projekt Internet Archive, das sich seit zwei Jahrzehnten der Bewahrung von Netzinhalten zum Nutzen der Öffentlichkeit widmet und bereits mehrere hundert Milliarden Webseiten archiviert hat, dass man plane, auf einem kanadischen Backup-Server Daten aus den USA zu speichern. In den Tagen vor Trumps Amtseinführung fanden in etlichen Städten Datensicherungs-Events statt – Treffen von Wissenschaftlern und besorgten Freiwilligen, in deren Verlauf Backups von Informationen auf den Webseiten der Umweltschutzbehörde EPA und anderer Regierungsorganisationen erstellt wurden.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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