Ausgabe November 2017

Hamas und Fatah: Aussöhnung in Gaza?

Nach Jahren des Stillstands zeichnet sich im Nahen Osten eine historische Wende ab. Am 12. Oktober einigten sich die beiden rivalisierenden Palästinenserorganisationen Hamas und Fatah in Kairo auf erste Schritte zur Versöhnung. Beide Gruppierungen beendeten damit offiziell ihren seit 2007 schwelenden Bruderkrieg. Damals vertrieb die Hamas, die im Jahr zuvor die Parlamentswahl in den palästinensischen Gebieten gewonnen hatte, nach dem Scheitern einer Regierung der nationalen Einheit die Fatah aus dem Gazastreifen. Seither gab es zwei nebeneinander regierende palästinensische Verwaltungen: die Hamas in Gaza und die Fatah im Westjordanland.

Bei den jüngsten Gesprächen unter Vermittlung Ägyptens ging es vor allem darum, den Gazastreifen formal unter die Verwaltungskontrolle der palästinensischen Fatah-Regierung von Präsident Mahmud Abbas zu stellen, die ihren Sitz im von Israel besetzten Westjordanland hat. Hamas-Mitglieder sollen dafür wichtige Ministerposten in einer zu bildenden Einheitsregierung erhalten; die Fatah verpflichtet sich im Gegenzug, die rund 40 000 von der Hamas-Regierung im Gazastreifen eingestellten Bediensteten vorerst weiter zu beschäftigen und zu bezahlen.

Bereits am 3. Oktober hatte die Hamas damit begonnen, die Gaza-Verwaltung an die Fatah zu übergeben. Die Zuversicht in der Bevölkerung ist groß, dass die Machtübergabe tatsächlich klappen könnte.

Sie haben etwa 8% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 92% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1.00€)
Digitalausgabe kaufen (10.00€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Die geschürte Migrationspanik

von Naika Foroutan

Zwei islamistische Anschläge in Deutschland – der tödliche Angriff auf einen Polizisten in Mannheim mit sechs zusätzlichen Verletzten am 31. Mai 2024 sowie der Anschlag in Solingen am 23. August 2024, bei dem drei Menschen getötet und acht weitere verletzt wurden – haben das Land stark erschüttert.