Ausgabe Oktober 2021

Männerrechte oder rechte Männer?

Wie die Maskulinisten um Einfluss kämpfen

Sie mobilisieren gegen Frauenquote, Abtreibung und „Gender-Wahn“ – die Antifeministen der sogenannten Männerrechtsbewegung. Als Reflex auf Feminismus und frauenpolitische Maßnahmen ist diese „Bewegung“ im vergangenen Jahrzehnt auch im deutschsprachigen Raum deutlich sichtbarer geworden. Ihr erklärtes Ziel besteht darin, geschlechtsspezifische Privilegien der Männer zu erhalten oder wiederherzustellen. Dabei fantasieren sie von der „Machtergreifung der Frau“, verbreiten Verschwörungsmythen über einen angeblichen „Umerziehungsstaat”, der einseitig Frauen fördere und bevorzuge, und beklagen die „systematische Täuschung durch die politische Kaste“.[1] Nach dieser Interpretation ist die Gleichstellung der Geschlechter längst erreicht, benachteiligt seien inzwischen vielmehr Männer und Jungen. Im Mittelpunkt der antifeministischen Kampagnen dieser Akteure steht das Reizwort Gender.[2] Darunter wird alles subsumiert, was den Männerrechtlern – dieser Text verwendet bewusst das generische Maskulinum, obwohl auch einzelne Frauen solche Positionen vertreten – in der Geschlechterpolitik missfällt, auch wenn die Einzelthemen oft wenig miteinander zu tun haben.

Oktober 2021

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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