Ausgabe April 2022

Putins Krieg: Das Ende unserer Illusionen

Videoansprache von Wolodymyr Selenskyi an die Abgeordneten des Deutschen Bundestages, Regierungsbank, 17.03.2022 (IMAGO / Christian Thiel)

Bild: Videoansprache von Wolodymyr Selenskyi an die Abgeordneten des Deutschen Bundestages, Regierungsbank, 17.03.2022 (IMAGO / Christian Thiel)

Am 4. Februar, dem Eröffnungstag der Olympischen Winterspiele in Peking, kamen der chinesische Staatschef Xi Jinping und sein russischer Amtskollege Wladimir Putin erstmalig seit Ausbruch der Pandemie wieder zusammen. Bei diesem schon heute historischen Treffen vereinbarten sie eine „Freundschaft ohne Grenzen“ zwischen Moskau und Peking. Während Russland ausdrücklich die Ein-China-Politik unterstützte und jeden Anspruch Taiwans auf Unabhängigkeit bestreitet, schloss sich China mit Blick auf den Ukraine-Konflikt erstmals offiziell der russischen Forderung nach einem Ende der Nato-Osterweiterung an. Zugleich beschuldigten Putin und Xi die Nato, an der Logik des Kalten Krieges festzuhalten. Die neuen Beziehungen zwischen Russland und China seien der politischen und militärischen Allianz des Kalten Krieges überlegen: „Ein Trend zeichnet sich ab zur Neuverteilung der Macht in der Welt“, heißt es in der „gemeinsamen Erklärung“, sprich: der Aufstieg des Ostens und der Abstieg des Westens.

Exakt zwanzig Tage nach diesem Treffen begann Wladimir Putin den Krieg gegen die Ukraine – oder genauer und in schönstem Orwell-Sprech seine „militärische Sonderoperation“.

April 2022

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In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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