Ausgabe Dezember 2025

Tegernseer Deals

Wolfram Robert Wilhelm Weimer, kurz: WRWW, auf dem Ludwig-Erhard Gipfel, 19.4.2024 (IMAGO / Sven Simon)

Bild: Wolfram Robert Wilhelm Weimer, kurz: WRWW, auf dem Ludwig-Erhard Gipfel, 19.4.2024 (IMAGO / Sven Simon)

Die Welt kann wahrlich ungerecht sein! Das denkt sich dieser Tage besonders Wolfram Robert Wilhelm Weimer, kurz: WRWW, seines Zeichens „Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien und Staatsminister beim Bundeskanzler“. Mit besonderer Betonung auf dem „beim“. Jahrelang hatte WRWW auf dieses „beim“ hingearbeitet, hatte er mit seiner Weimer Media Group Klinken geputzt, damit sein Ludwig-Erhard-Gipfel, der „Tegernsee Summit“, endlich den Titel „deutsches Davos“ erhielt, zur Freude auch seines Duzfreundes und Dauergastes Merz. Und da soll er jetzt, nach all den Strapazen, nicht den Ruhm genießen können, nur weil er mit „Einfluss auf die politischen Entscheidungsträger“ die horrenden Teilnahmegebühren für sein Event eingeworben hatte. Nein, Undank ist der Welten Lohn! 

Aber der Reihe nach. Wie fing diese einzigartige Karriere eigentlich an? Nach diversen journalistischen Stationen landete WRWW einst bei Springer und firmierte dort gemeinsam mit dem anderen Körperriesen, Mathias Döpfner, als die Twin Towers. Aber weil Döpfner leider noch ein bisschen glatter und galanter war und der Springer-Witwe als die Wiedergeburt von Axel Cäsar persönlich erschien, musste sich WRWW irgendwann trollen und den Springer-Posten räumen. Und so gründete er erst den „Cicero“ und anschließend die Weimer Media Group.

Und dabei wusste WRWW eines stets, dass er zu Höherem berufen ist.

»Blätter«-Ausgabe 12/2025

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In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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