Bild: Militärparade am »Tag des Sieges« in Tiraspol, 9.5.2025 (IMAGO / SNA)
Auf Karten zum aktuellen Kriegsverlauf in der Ukraine, etwa des Open-Source-Projekts »DeepStateMap.Live«, ist ein dünner Streifen am rechten Rand der Republik Moldau an der Grenze zur Ukraine rot eingefärbt – so wie die von Russland besetzten Gebiete im Süden und Osten der Ukraine. Es handelt sich um den prorussischen De-facto-Staat Transnistrien. Der Name leitet sich von der rumänischen Formulierung für »jenseits des Dnisters« ab, des dortigen Flusses. Die Eigenbezeichnung Transnistriens lautet »Pridnestrowische Moldawische Republik« (PMR) oder kurz: »Pridnestrowie«. Ihre Hauptstadt ist Tiraspol.
Diese international nicht anerkannte Republik bereitet der Regierung Moldaus einiges Kopfzerbrechen. Das liegt nicht nur an den dort stationierten russischen Soldaten, sondern hängt auch mit dem angestrebten EU-Beitritt der südosteuropäischen ehemaligen Sowjetrepublik zusammen. Am 23. Juni 2022 hatte die Republik Moldau – nicht zuletzt vor dem Hintergrund der russischen Aggression gegen ihr Nachbarland Ukraine – zeitgleich mit dieser den EU-Beitrittskandidatenstatus erhalten. Ende 2023 beschloss der Europäische Rat die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen, die im Juni 2024 offiziell eröffnet wurden. Im Einklang mit diesem Westkurs stimmte das Parlament in der Hauptstadt Chișinău Anfang April 2026 dafür, aus dem von Russland dominierten Staatenbündnis GUS auszutreten.