Bild: Hillel Cohen: Schattenarmee, Verlag: Henrtich & Hentrich
Kaum ein Konflikt ist hierzulande so stark mit Emotionen verbunden wie jener im Nahen Osten. An Palästina scheiden sich die Geister und erhitzen sich die Gemüter. Und das hat oft mehr mit der deutschen Geschichte zu tun als mit der jenes Territoriums »From the River to the Sea«, zwischen Jordan und Mittelmeer. Das Buch von Hillel Cohen dagegen legt den Fokus auf die dortige Geschichte, auf die Beziehungen zwischen Juden – oder genauer: Zionisten – und Arabern in den 1930er Jahren, die der Staatsgründung Israels vorausgingen: die Zeit der britischen Vorherrschaft. In »Schattenarmee« setzt Cohen schon fünf Jahre vor dem offiziellen Inkrafttreten des vom Völkerbund an Großbritannien übergebenen Mandats für Palästina ein. Und das hat gute Gründe. 1917 markiert einen zweifachen Einschnitt in der Geschichte Palästinas: Im November machte die Regierung in London mit der Balfour-Deklaration ihre Unterstützung für die zionistische Idee eines jüdischen Staates in Palästina deutlich, und mit dem Einzug der britischen Truppen in Jerusalem einen Monat später endete dort die 400-jährige osmanische Herrschaft. Damit war Platz für neue Herrschaftsformen und -ideen, vor allem für eine, die im 19. Jahrhundert in Europa zum politischen Ideal geworden war: für den Nationalismus.