Wie man der extremen Rechten ihre ökonomischen Triebkräfte entziehen kann
Bild: Symbolbild antifaschistische Wirtschaftspolitik (IMAGO / Ikon Images)
Die Hyperinflation war ein wichtiger Grund für den Aufstieg des Faschismus in den 1930er Jahren. Heute profitiert die extreme Rechte wieder von der Verteuerung essenzieller Güter. Höchste Zeit, eine Vision für eine antifaschistische Wirtschaftspolitik und konkrete Schritte für ihre Umsetzung zu entwickeln.
Dass wir eine antifaschistische Wirtschaftspolitik brauchen, ist keine neue Einsicht. Es war einmal ein zentrales Anliegen von Ökonominnen und Ökonomen, mit ihrer Arbeit einen Beitrag zu »Nie wieder« zu leisten. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs diskutierten Ökonomen lebhaft, welche Wirtschaftssysteme am besten geeignet seien, die Demokratie zu wahren und das »Nie wieder« Wirklichkeit werden zu lassen. Für zahlreiche Liberale, Sozialdemokraten und demokratische Sozialisten konnten Märkte nur eines von vielen Instrumenten sein, die der Würde des Menschen dienten. Für Neoliberale wie Friedrich Hayek hingegen ging es um die Unterwerfung unter den Markt. Durch diese sollte die Herrschaft von Menschen über andere Menschen verhindert werden. Ihre Vision setzte sich letztlich durch. Das mit ihr einhergehende antifaschistische Versprechen wurde jedoch nicht eingelöst.
Indem der Neoliberalismus das Leben der Menschen bestenfalls als nachrangig behandelt, schafft er einen unerträglichen Status quo und ebnet ein weiteres Mal dem Faschismus den Weg. Er hat uns den Slogan »There is no alternative« eingetrichtert.