Ausgabe Oktober 2026

Schutz der Artenvielfalt: Ein ungleicher Kampf

Ein Gartenrotschwanz. Nadelbaumforste, der Rückgang von Streuobstwiesen und Pesitizideinsatz machen ihm das Leben schwer. (IMAGO / CHROMORANGE)

Bild: Ein Gartenrotschwanz. Nadelbaumforste, der Rückgang von Streuobstwiesen und Pesitizideinsatz machen ihm das Leben schwer. (IMAGO / CHROMORANGE)

Es ist eine Freude, im Garten hinter dem Haus zu sitzen, auch im Herbst. Gartenrotschwänzchen und Stare sind zwar schon weg, Meisen und Amseln aber sind noch da, Mittelspechte und Krähen sowieso. Laut Daten der Deutschen Avifaunistischen Kommission hat die Zahl der Brutpaare von Nebelkrähen in Deutschland zwischen 2017 und 2022 von 61 000 auf 85 000 Tiere zugenommen.1 Krähen sind anpassungsfähig, als Allesfresser vertragen sie vielfältige Nahrung, sie sind nicht anspruchsvoll, was ihre Nistplätze angeht, sie können ihre Nester auf Masten, Bäumen und Gebäuden bauen. 

Arten wie sie, die nicht auf bestimmte Orte oder Gegebenheiten angewiesen sind, um Junge aufzuziehen, die keine speziellen Pflanzen oder Tiere benötigen, um sich zu ernähren, denen es keinen Stress bereitet, Menschen zu begegnen, Lärm oder künstlichem Licht ausgesetzt zu sein, die sich fortbewegen und vergifteten Lebensräumen ausweichen können, um die müssen wir uns kaum Sorgen machen. Um die anderen schon. Pflanzen, die auf karge Böden spezialisiert sind, auf denen sie wenig Konkurrenz von anderen Pflanzen haben, der Gemeine Natternkopf etwa oder die Kartäusernelke geraten auf gedüngten Böden ins Hintertreffen. Sie werden dort von Pflanzen verdrängt, die Nährstoffe wie Stickstoff und Phosphor besser verarbeiten und dadurch schneller wachsen können.

»Blätter«-Ausgabe 10/2026

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