Ausgabe November 2026

Klimasünder und Hoffnungsträger

Chinas ambivalente Rolle in der internationalen Klimapolitik

Arbeiter montieren eine Windkraftanlagen in Zhangye, 15.11.2023 (IMAGO / VCG)

Bild: Arbeiter montieren eine Windkraftanlagen in Zhangye, 15.11.2023 (IMAGO / VCG)

Mit dem Rückzug der USA aus der Klimapolitik richten sich viele Hoffnungen auf China. Tatsächlich treibt das Land den Ausbau erneuerbarer Energien und die Elektrifizierung voran, hält jedoch an der Verbrennung von fossilen Brennstoffen fest. Große Fortschritte sind da auch bei der diesjährigen Klimakonferenz in Antalya nicht zu erwarten.

Während die Klimakrise voranschreitet, ringt die internationale Klimapolitik um ein elf Jahre altes Versprechen: Die Erderwärmung möglichst auf 1,5 Grad gegenüber vorindustriellen Zeiten zu beschränken, in jedem Fall aber auf unter 2 Grad. Diese 2015 in Paris vereinbarten Ziele gelten offiziell bis heute. Doch das 1,5-Grad-Ziel ist inzwischen außer Reichweite gerückt. Laut dem Emissions Gap Report des UN-Umweltprogramms steuert die Welt derzeit auf eine Erwärmung um 2,8 Grad bis 2100 zu. Selbst bei konsequenter Umsetzung aller nationalen Klimaschutzpläne wären es mindestens noch 2,3 Grad. Die Folgen: Dürren und Waldbrände, Starkregen und Sturzfluten nehmen zu. Gletscher und das polare Eis schmelzen, der Meeresspiegel steigt. Lebensräume für Pflanzen, Tiere und Menschen schwinden. 

Daran dürfte auch die COP31, die nächste Klimakonferenz, wenig ändern, die vom 9. bis 20. November in Antalya tagt. Die türkische COP-Präsidentschaft hat, wie es sich für gute Gastgeber gehört, ein neues Ziel verkündet: »35 x 35«. Bis 2035 soll der Stromanteil am weltweiten Energieverbrauch auf 35 Prozent steigen.

»Blätter«-Ausgabe 11/2026

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