Ausgabe Januar 1990

Bunte Republik Deutschland?

Aspekte einer multikulturellen Gesellschaft

I

Nicht erst die hessischen Kommunalwahlen haben das Thema "multikulturelle Gesellschaft" in die Schlagzeilen gebracht. Die Auseinandersetzung über die Frage, ob und wie sich die Bundesrepublik Deutschland in Europa integrieren wird bzw. wie sie jene Menschen aufnimmt, die im Zuge der internationalen Arbeitsteilung auch aus anderen Staaten als denen der EG in die Bundesrepublik kommen, erschüttert alle politischen Parteien. Bis weit in das konservative Lager hinein haben Politiker und Politikerinnen wie die West-Berliner Ausländerbeauftragte Barbara John, der Stuttgarter Oberbürgermeister Manfred Rommel und der ehemalige CDU-Generalsekretär Heiner Geißler deutlich gemacht, daß der mit den Römischen Verträgen beschrittene Weg einer Europäisierung und Internationalisierung Westdeutschlands unumkehrbar ist. Das rot-grüne Bündnis in Frankfurt trägt diesem Umstand nun auch institutionell Rechnung. Als erste Kommune in der Bundesrepublik hat die Stadt Frankfurt ein "Amt für multikulturelle Angelegenheiten" errichtet, das die Befugnisse der vertrauten "Ausländerbeauftragten" weit überschreitet und später zum ordentlichen Dezernat ausgebaut werden wird.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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