Ausgabe März 1990

Von der BRD lernen, heißt siegen lernen

Anmerkungen zur marktwirtschaftlichen Transformation der DDR

Diesseits aller deutsch-deutschen Hoffnungen, Ängste und Mystizismen stehen im Zentrum der neuen "deutschen Frage" 1990 unverkennbar - reale, aber auch herbeigeredete - wirtschaftliche Zwänge und Kalküle. Beiträge von Kurt Hübner, Rudolf Hickel und einer Wissenschaftlergruppe zur ökonomischen Seite der "Deutschland, einig Vaterland"-Dynamik bilden deshalb einen Schwerpunkt der vorliegenden Ausgabe, auch wenn andere Aspekte der spekulativen Phantasie, links-nostalgisch oder national aufbruchgestimmt, leichtere Kost bieten mögen. D. Red.

Reduktion der Vielfalt

Knapp sechs Wochen vor dem vorgezogenen Wahltermin in der Deutschen Demokratischen Republik darf festgestellt werden: Jegliche sozialistische Planwirtschaft in den Farben einer DDR gehört der Vergangenheit an. Die zukünftige Wirtschaftsform wird ein Typus kapitalistischer Marktwirtschaft sein, wie er sich in seinen Grundlinien zu Beginn der 50er Jahre in der Bundesrepublik herausentwickelte. Was im November und Dezember des vergangenen Jahres noch eine Option unter mehreren war, hat sich heute als Entwicklungsweg der DDR durchgesetzt. Alles Spintisieren über einen "Dritten Weg" zwischen Kapitalismus und bürokratischem Sozialismus gehört deshalb heute bereits der Vergangenheit an.

März 1990

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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