Gar Alperovitz, Richard J. Barnet, Norman Birnbaum und Marcus G. Raskin im Gespräch mit Bernd Greiner Zu den bemerkenswerten Vorgängen der vergangenen Monate gehört der Umgang der amerikanischen Regierung mit der deutschen Frage. Washington reagierte keineswegs so, wie die einen befürchtet, die anderen im stillen gehofft hatten: als eine Weltmacht, die sich vom Gegner zweier Weltkriege herausgefordert sieht und auf ihr Recht pocht, bei der Vereinigung der beiden deutschen Staaten federführend mitzuwirken. Bernd Greiner, Mitarbeiter des Hamburger Instituts für Sozialforschung, hatte im April Gelegenheit, in Washington mit linksliberalen Intellektuellen über die deutschen Entwicklungen und über amerikanische Reaktionen und Befindlichkeiten zu sprechen: mit Gar Alperovitz, Historiker und Leiter des National Center for Economic Alternatives, mit Norman Birnbaum, Professor an der juristischen Fakultät der Georgetown University, und mit Richard J. Barnet und Marcus G. Raskin, beide Politikwissenschaftler und Gründungsmitglieder des Institute for Policy Studies in Washington D.C. Das Gespräch veröffentlichen wir in Auszügen *). D. Red.
In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.