Ausgabe Oktober 1992

Elemente einer umweltverträglichen Welthandelsordnung

Das Welthandelsabkommen GATT ist seit einigen Jahren in einer Krise, die, je länger sie andauert, desto unlösbarer erscheint. Der Abschluß der achten Verhandlungsrunde - der sogenannten Uruguay-Runde - ist seit nahezu zwei Jahren überfällig; er wird vor allem von den Interessenkonflikten zwischen der EG und den USA blockiert. Die Entwicklungsländer sind in eine Zuschauerrolle verbannt worden, und trotz des weltweiten Aufsehens, das die UNCED-Konferenz im Juni dieses Jahres erzielt hat, hat sich der Schwerpunkt der laufenden GATT-Verhandlungen keineswegs in Richtung auf die Umsetzung einer ökologisch verträglichen Welthandelsordnung verlagert. Der folgende Beitrag skizziert einige Punkte, die auf dem Weg zu einer solchen Welthandelsordnung zu berücksichtigen wären. Die Ausführungen sind im wesentlichen das Ergebnis einer Studie, die von der Projektstelle UNCED in Auftrag gegeben wurde *). 

1. Produktstandards für Importgüter

Ökologisch motivierte Produktstandards beziehen sich auf die Beschaffenheit von Gütern (nicht deren Herstellungsweise) und werden eingesetzt, um die sozialen Kosten ihres Verbrauchs zu reduzieren. Sollen solche Standards effektiv sein, so dürfen sie nicht nur für einheimische, sondern müssen auch für importierte Produkte gelten.

Oktober 1992

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In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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