Hat sich die Diskussion in der noch nicht ganz überwundenen Rezession zunächst in erster Linie auf den vermeintlichen Verlust der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft konzentriert, beginnt nun endlich die Betrachtung des Beschäftigungsproblems in den Mittelpunkt zu rücken. Die monatlichen Meldungen über neue Rekordstände der Arbeitslosigkeit lassen bei vielen die Erinnerung an die Endphase der Weimarer Republik wach werden und mahnen zu wirtschaftspolitischer Aktivität -, die Behandlung des Themas Arbeitslosigkeit wird 1994 vermutlich über den Ausgang vieler Wahlen entscheiden. In dieser Situation, deren Hintergrund in quasi allen marktlich organisierten Wirtschaften ähnlich ist, wird händeringend nach Konzepten gefahndet. Es darf deshalb nicht verwundern, wenn die Betrachtung der US-amerikanischen Entwicklung wieder einmal ins Zentrum rückt; wieder einmal, denn die Diskussion war bereits Mitte der 80er Jahre entflammt 1), dann aber nach der guten Beschäftigungsentwicklung gegen Ende des Jahrzehnts sanft entschlafen. Je nach Wahl des Betrachtungszeitraumes sind in den USA zwischen 15 (1980-1990) und 35 Mio. (1970-1990) neue Arbeitsplätze entstanden, während in der Bundesrepublik und der EU lediglich 3 bzw. 7 Mio. Jobs geschaffen werden konnten.
In der Mai-Ausgabe zeigen Alexander Cooley und Daniel Nexon, wie die Trump-Regierung ihre geopolitische Macht systematisch in privaten Gewinn ummünzt – zum Schaden für Rechtsstaat und Demokratie. August Pradetto plädiert für eine entschiedene – auch rhetorische – Verteidigung des Völkerrechts gegenüber der wachsenden Gruppe jener Staaten, die auf die Macht des Stärkeren setzen. Klaus Naumann beleuchtet die Debatte um die Wehrpflicht und fragt, wie sich der Frieden in Europa künftig verteidigen lässt. In einer Welt, in der Heimatverlust zu einer universellen Erfahrung geworden ist, sucht Ece Temelkuran nach neuen Formen von Gemeinsamkeit und Handlungsmacht. Antje Schrupp zeigt, wie rechte Frauen mit traditionalistischen Frauenbildern den autoritären Aufstieg befördern. Sonja Peteranderl warnt vor den Risiken von Zyklus-Apps in Zeiten des Rechtsrucks. Inken Behrmann beleuchtet den auch hierzulande längst entbrannten Kampf um die immer knapper werdende Ressource Wasser. Markus Wissen sieht im radikalen Reformismus eine Strategie gegen den Krisenkapitalismus. Und Karin König erinnert an den Film »Die Mörder sind unter uns« als Schlüsselwerk der deutschen Nachkriegsgeschichte und die Biografie seines Hauptdarstellers Ernst Wilhelm Borchert.