Ausgabe Januar 1995

Ohne Berlusconi?

Bringen wir es sofort auf den Punkt: die stärkste Opposition gegen Ministerpräsident Silvio Berlusconi in Italien ist der Eigentümer der Fininvest-Holding Silvio Berlusconi. Der erste wird über den zweiten stolpern oder stürzen; bleibt die Frage nach dem genauen Zeitpunkt. Die meisten politischen Akteure hinter den Kulissen hoffen oder tippen auf einen Monat mit einstelliger Zahl im Jahr 1995. Mit der Möglichkeit, daß Berlusconi die Legislaturperiode, die noch nicht einmal ein Jahr alt ist, übersteht, rechnet niemand. Außer - und dies muß den Optimisten unter seinen politischen Gegnern und den Pessimisten in seiner eigenen Partei Forza Italia gesagt werden - Berlusconi vollbringt ein "neues italienisches Wunder". Gängigerweise wird angenommen, Berlusconi sei geschwächt, weil er als Ministerpräsident ein unpopuläres Regierungsprogramm - besonders was den Haushaltsentwurf mit seinen massiven Kürzungen im Sozialetat betrifft - zu vertreten und zu verantworten habe, wovon seine Koalitionspartner, allen voran der Sekretär der faschistischen Partei MSI und Koordinator der Alleanza Nazionale, Gianfranco Fini, profitieren.

Januar 1995

Sie haben etwa 7% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 93% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Weitere Artikel zum Thema

Uganda vor dem Putsch des Löwen?

von Johanna-Marie Lange

Es war kurz nach Mitternacht Ende Juni, als Soldaten das Gebäude der Nation Media Group in Ugandas Hauptstadt Kampala stürmten und den wichtigsten unabhängigen Fernsehkanal NTV abschalteten. Auch die älteste und größte unabhängige Tageszeitung »Daily Monitor« wurde geschlossen.

Kuba am Abgrund: Wo bleibt die EU?

von Sandra Weiss

Als 1989 die Berliner Mauer fiel, sich kurz danach die Sowjetunion auflöste und langjährige kommunistische Verbündete wie Vietnam und China einen wirtschaftlichen Reformprozess starteten, schien auch auf Kuba der Moment des Umbruchs gekommen.