Ausgabe Juni 1995

Wenn das Nebenprodukt zum Hauptproblem wird

Überlegungen aus umweltökonomischer und ökologischer Sicht

Im Zuge der Bewußtwerdung der Umweltkrise ist ein neues Gebiet der Volkswirtschaftslehre entstanden: die Umweltökonomie. In den letzten Jahren kristallisierte sie sich zunehmend als eigenständige wissenschaftliche Disziplin heraus.

So wurde z.B. 1994 an der Universität Cottbus ein Lehrstuhl für Umweltökonomie eingerichtet und 1995 ein weiterer an der Universität Heidelberg geplant. Im Rahmen dieser Teildisziplin haben Wirtschaftswissenschaftler die ökonomischen Bewertungsmethoden so ergänzt, daß auch Umweltverschmutzung in die wirtschaftliche Kalkulation miteinbezogen werden konnte.

Allerdings ist die Umweltökonomische Vorgehensweise im konkreten Einzelfall häufig schlecht handhabbar.

Darüber hinaus können vor allem langfristige ökologische Probleme mit umweltökonomischen Methoden nur unzureichend angegangen werden. Fallen beispielsweise aufgrund heutiger Handlungen in 30 Jahren Kosten in Höhe von 100 Mrd. DM an, so ist es bei einem Zinssatz von 8% nicht wirtschaftlich, heute 10 Mrd. Kosten zu tragen, um diesen zukünftigen Schaden von 100 Mrd. zu vermeiden. 1) Aus derartigen Gründen sind auch ökonomische Beiträge zur Nachhaltigkeitsdiskussion oft unbefriedigend.

Juni 1995

Sie haben etwa 8% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 92% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Hochseeschutz: Hoffnung für das Lebenselixier des Planeten?

von Julia Lauter

Weit draußen vor unseren Küsten liegt eine weitgehend ignorierte Weltregion, an der das Überleben der Menschheit hängt: die Hohe See. Sie bedeckt zwei Drittel der Erdoberfläche, in ihr leben rund 80 Prozent aller Tierarten, sie reguliert das globale Klima und bindet ein Drittel des vom Menschen verursachten CO2.