"Ich hätte nicht gedacht, daß Arbeitsplätze, Handelsprobleme und die Frage, wie man in Amerika wieder Arbeit schafft, eine so große Rolle in diesem Wahlkampf spielen würden." Dieses Eingeständnis, weit von den Problemen der amerikanischen Durchschnittsbürger - oder der Mittelklasse - entfernt zu sein, brachte dem republikanischen Fraktionsführer im amerikanischen Repräsentantenhaus, Bob Dole, am 20. Februar eine harte Niederlage in der ersten Runde des Kampfes zur Nominierung als republikanischer Präsidentschaftskandidat ein. Dole hatte sich auf die gesamtwirtschaftlichen Statistiken verlassen, die in der Tat nicht alarmierend sind und sich daher nicht als Material für den republikanischen Wahlkampf eignen: Sie belegen im Gegenteil, daß die Wirtschaft der USA in der Amtszeit des demokratischen Präsidenten Clinton die tiefe Krise zu Beginn dieses Jahrzehnts erfolgreich überwunden hat (vgl. Tabelle): Das Sozialprodukt und die Investitionen haben von 1992 bis 1994 kräftig zugenommen, die Unternehmensgewinne sind von 1991 bis 1995 (3. Quartal) um 59% gewachsen. Der konjunkturelle Aufschwung hat die Inflation nicht angeheizt. Vor allem aber hatte er ein neues Jobwunder bewirkt: Die Zahl der Beschäftigten hat zwischen 1991 und 1995 um 8 Millionen Personen zugenommen.
In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.