Ausgabe Oktober 1996

Autonomisierung und Internationalisierung der Industrieforschung

In den Debatten über den Standort Deutschland und die Rolle der sogenannten Zukunftstechnologien bei der "Standortssicherung" ertönt gelegentlich der Ruf nach mehr forschungspolitischer Initiative der Bundesregierung. Derartige Forderungen, etwa in den Alternativprogrammen von SPD und DGB zum Bonner "Sparpaket", haben ihre Berechtigung.

Doch sie führen nicht selten auch zu einer Überbewertung der staatlichen Steuerungsmaßnahmen. Der überwiegende Teil der gesellschaftlichen Forschung und Entwicklung (FuE) wird in den führenden Industriestaaten innerhalb des privaten Wirtschaftssektors organisiert und durchgeführt. Dies ist in der Bundesrepublik nicht anders. Ihre Unternehmen sind nicht nur die mit Abstand bedeutendsten Träger, sondern auch die maßgeblichen Finanziers von Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten. In der privaten Wirtschaft findet nicht nur der größte Teil der gesamten FuE statt - mit 52,1 Mrd. DM oder 66,1% entfielen hierzulande 1995 etwa zwei Drittel der gesamten Bruttoinlandsausgaben für FuE (1995: 78,8 Mrd. DM) auf diesen Sektor. Mit 60,3% finanziert die Wirtschaft zudem ca. drei Fünftel der FuE-Gesamtausgaben der Bundesrepublik (1995: 81,0 Mrd.

Oktober 1996

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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