Die Wachstumsaussichten für die Wirtschaft in Ostdeutschland sind düster. Bereits 1996 betrug der Zuwachs des Sozialprodukts (BIP) gegenüber dem Vorjahr nur 2%. Im laufenden Jahr, schätzt das DIW, werde das BIP nur um 1% zunehmen, also erheblich weniger als im früheren Bundesgebiet, wo etwa 2,5% erwartet werden. Angesichts dieser Entwicklung verzichtet die Bundesregierung nun darauf, vom "Aufschwung Ost" zu reden, statt dessen beschwichtigt Wirtschaftsminister Rexrodt: "Für übertriebenen Pessimismus besteht allerdings kein Anlaß." Was für ein Wandel seit den Versprechungen derselben Regierung, in den neuen Ländern die modernste Wirtschaft Europas (mit entsprechenden Wachstumsraten) schaffen zu wollen. Natürlich muß für diese Entwicklung eine Ursache benannt, ein Sündenbock gefunden werden. Um weiteres Wachstum zu stimulieren dekretiert Rexrodt: "Die Lohnstückkosten müssen gesenkt und die Produktivität erhöht werden... Eine Kurskorrektur der Tarifpolitik ist dringend geboten.
In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.