Ausgabe April 1997

Verleihung des Demokratiepreises 1997

How to Learn from History?

10. März 1997, Tag der Verleihung des Demokratiepreises der "Blätter" und ihres Fördervereins an Daniel Jonah Goldhagen, den Autor des Buches Hitler's Willing Executioners (Hitlers willige Vollstrecker). Am frühen Nachmittag eine mit ca. 150 Teilnehmern überfüllte Pressekonferenz. Daniel Goldhagen: "Ich bin nicht nach Deutschland gekommen, um jetzt und heute abend in erster Linie über die Vergangenheit zu sprechen. Ich bin hierher gekommen, weil ich über die Gegenwart reden möchte, speziell über einige besonders positive Aspekte der Bundesrepublik, ihrer Geschichte und ihres Selbstverständnisses." Zum Ende gab es Beifall der in- und ausländischen Journalisten. Ein paar Stunden später Empfang für Preisträger, Laudatoren und Gäste der Preisverleihung bei der Bonner Oberbürgermeisterin. Unter den "illustren Gästen" ("Bonner Rundschau") Bundestagsvizepräsidentin Antje Vollmer, Michel Friedman vom Zentralrat der Juden in Deutschland, die ehemalige Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, der Publizist Ralph Giordano, Martin Schulze von der ARD und Gabriele von Arnim, Margareta Mathiopoulos und zahlreiche andere Persönlichkeiten.

April 1997

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In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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