Ausgabe September 1998

Antiterror droht Spanien zu spalten

Während des Bürgerkrieges hatten die spanischen Basken, obwohl katholisch und konservativ, sich mit der linksgerichteten republikanischen Regierung in Madrid verbündet. Sie stellten sich gegen General Francos letztlich erfolgreichen Versuch, die Republik zu stürzen. Ihre Beweggründe waren nationalistischer Art. Sie wollten, daß das baskische Volk, dessen Heimstatt in Spaniens bergreichem Nordwesten liegt und über die Grenze bis ins südwestliche Frankreich reicht, einen eigenen Staat erhält. Die Republik hatte den Basken die Autonomie gewährt. Francos Regierung widerrief sie. Obwohl heute die Autonomie des baskischen Volkes in der spanischen Verfassung festgeschrieben ist, lebt der Gedanke der Unabhängigkeit in diesem reichen Industriegebiet Spaniens weiter. Das Baskische ist offiziell anerkannte Sprache der Region, und seit 1980 besitzen die Basken ihr eigenes Parlament. Für eine Minderheit jedoch reichen Autonomie und eigenes Parlament nicht aus. Seit den 70er Jahren sieht Spanien sich terroristischen Anschlägen dieser Gruppe, die sich der Verfolgung der nationalen Unabhängigkeit um jedem Preis verschrieben hat, ausgesetzt.

Viele Jahre lang genossen die baskischen Terroristen den außergewöhnlichen Vorteil eines sicheren Zufluchtsortes jenseits der Grenze in Frankreich.

September 1998

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