Ausgabe November 1998

Betr.: Wiedergutmachung

Konzerne, Banken und die Entschädigung der NS-Opfer

"Wir tragen die gemeinsame Verantwortung, am Ende dieses Jahrhunderts keine Anstrengung zur Durchsetzung der Wahrheit und Ausübung der Gerechtigkeit gescheut zu haben." Diese Aufgabe umriß Stuart Eizenstat, Vertreter der US-Regierung bei den internationalen Raubgoldverhandlungen, auf einem Treffen im März dieses Jahres. Zur Präzisierung seiner Vorstellung zählte er sieben Punkte auf, darunter die Verpflichtung aller Nationen, aufrichtig und vollständig ihre Vergangenheit zu überprüfen. Dabei betonte er die Bedeutung etlicher Untersuchungskommissionen weltweit, die sich zunächst mit NS-Raubgold auseinandersetzten, mittlerweile aber auch Kunstraub und andere Vermögensfragen untersuchen. Die Arbeit der Kommissionen schiebt notwendiges Handeln nicht auf, sondern unterstützt und ergänzt es. So findet Ende November in Washington ein Nachfolgetreffen zur Londoner Raubgoldkonterenz 1) vom Dezember letzten Jahres statt, bei dem vor allem die Geschäftspolitik der Versicherungen und die Restitution von geraubtem Kulturgut eine Rolle spielen werden.

November 1998

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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