Ausgabe September 2000

Die EU will den Zugang zu Umweltinformationen einschränken

In der EU-Kommission wird gegenwärtig daran gearbeitet, das im Vertrag von Amsterdam (AV) in Artikel 255 verbriefte Recht eines jeden EU-Bürgers auf Zugang zu den Dokumenten der EU-Gremien entscheidend einzuschränken. Mit dieser Meldung wandte sich das Europäische Umweltbüro (European Environmental Bureau, EEB), der Spitzenverband der europäischen Umweltverbände mit Sitz in Brüssel, Anfang dieses Jahres alarmierend an die Öffentlichkeit. John Hontelez, Generalsekretär des EEB, sah in den Plänen der Kommission einen Verstoß gegen die auch von der EU unterzeichnete Århus-Konvention. Hontelez charakterisierte das Vorhaben der Kommission als "Mauerbau rund um die Arbeits- und Gesetzgebungsverfahren der EU". Sollte der Verordnungsentwurf in der von der Kommission erarbeiteten Form auch von Rat und Parlament der EU gebilligt werden, wäre dies nicht nur ein deutlicher Schritt zurück hinter die Zielsetzungen des AV, sondern hinter die mit der Århus-Konvention eingegangene Verpflichtung, Information und Partizipation im Politikbereich Umwelt zu modernisieren.

Ein verbesserter Informationsfluss zwischen Behörden und Öffentlichkeit ist ein wesentlicher Beitrag für mehr Akzeptanz und Glaubwürdigkeit und nicht zuletzt Legitimität der Umweltpolitik.

Sie haben etwa 9% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 91% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Holger Friedrich und die OAZ: Wie ein Verleger Demokratiefeinde hofiert

von Matthias Meisner

Auf dem deutschen Medienmarkt gibt es seit Ende Februar eine neue Zeitung. Das ist angesichts der andauernden Krise der Printmedien bemerkenswert. Doch über die »Ostdeutsche Allgemeine Zeitung« gibt es noch weit mehr zu sagen.