Ausgabe Februar 2002

Die neueste Mitte steht rechts

Endlich hat sich die leidige K-Frage erledigt, das Personalkarussel dreht sich nicht länger, die Konturen des bevorstehenden Wahlkampfs werden sichtbar.Endlich hat sich die leidige K-Frage erledigt, das Personalkarussel dreht sich nicht länger, die Konturen des bevorstehenden Wahlkampfs werden sichtbar. Aber, was bei der ausschließlich an Erfolgschancen orientierten Debatte um den Kanzlerkandidaten der Union oft übersehen wurde: Diese Personalentscheidung ist inhaltlich alles andere als beliebig, sie verkörpert zugleich eine Richtungsentscheidung. Und eines ist sicher: Es wird ein erbitterter Kampf zwischen CDU und SPD werden.

Noch vor einem halben Jahr war dies in keiner Weise absehbar. Gerhard Schröder, der die Union mit der Durchsetzung seiner Rentenreform ein weiteres Mal düpiert hatte, schien bereits uneinholbar. Der Kanzler 2002 konnte nur der alte sein. Allein der Kampf um Platz drei schien für die nächste Koalition entscheidend.

Doch inzwischen ist die Wahl wieder offen, liegen CDU und SPD Kopf an Kopf. Und fast nichts spricht für eine Fortdauer des rot-grünen Bündnisses.

Der Rechtsruck im Lande

Die innenpolitische Tektonik hat sich seit 1998 grundlegend verschoben. Bereits im letzten Wahlkampf betrieb Gerhard Schröder die Entsorgung der Altlasten von 1968 (Bude).

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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