Ausgabe September 2002

Mit WorldCom in den großen Crash?

Im Sommer 2002 befindet sich die Welt in einer tiefen Börsenkrise. Seit ihren Höchstständen im ersten Quartal 2000 sind der amerikanische Aktienindex Dow Jones um ein Drittel, der Eurostoxx um zwei Fünftel und der deutsche DAX um über die Hälfte gefallen. Der japanische Nikkei-Index liegt ohnehin schon seit vielen Jahren danieder und dümpelt gegenwärtig bei einem Viertel seines Höchststands von Anfang der 90er Jahre. Der Rückgang der Indexwerte auf den technologieorientierten Neuen Märkten ist noch drastischer: In den USA fielen sie um vier Fünftel, in Deutschland um über neun Zehntel. Mit Enron, WorldCom, Vivendi und Kirch sind bereits einzelne große Konzerne zusammengebrochen, die zur Avantgarde der "New Economy" zählten.

Die Frage ist, ob die Finanzkrise sich weiter in die Güterwirtschaft hinein fortsetzen und sie in einen wirtschaftlichen Strudel mit unabsehbaren Folgen für Beschäftigung und Einkommen der Menschen hineinziehen wird wie es für viele Länder der Dritten Welt bereits katastrophale Realität ist. Die Börsenkrise läuft nach dem klassischen Muster einer Finanzkrise ab: Der Euphorie folgt die Panik an den Finanzmärkten.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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