Ausgabe Juli 2003

Der Ressourcenkrieg

Einige Voraussetzungen für eine friedliche Entwicklung im Kongo

Bis vor wenigen Wochen war der Begriff "Ituri" nur wenigen Entwicklungsexperten bekannt. Heute ist die Bezeichnung für die ostkongolesische Region allseits bekannt und zeigt das Interesse Deutschlands und der Welt an dem blutigsten Konflikt seit dem Zweiten Weltkrieg an.

Anfang Mai haben sich die ugandischen Besatzungstruppen aus Ituri und dessen Hauptstadt Bunia nach fünfjähriger Okkupation zurückgezogen. Es entstand ein Machtvakuum, das von Milizen unterschiedlicher Volksgruppen binnen weniger Tage ausgefüllt wurde. Im Falle der Region Ituri waren dies die bewaffneten Gruppen der Lendu und Hema. Beide Rebellengruppen werden weiterhin von Ruanda und Uganda militärisch und logistisch unterstützt, um die Interessen der Nachbarländer an der Ausbeutung von Gold, Diamanten, Öl, Coltan und Tropenhölzer in der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo) zu verteidigen. Im Zuge der militärischen Auseinandersetzungen kam es zu bestialischen Übergriffen auf die Bevölkerung, zu Zwangskannibalismus und systematischen Vergewaltigungen.

Es handelt sich bei dem jetzigen Konflikt nicht um schlichte "Stammeskriege", sondern um die Durchsetzung nationaler Machtinteressen und die Kontinuität privater Bereicherung durch die illegale Ressourcenausbeutung in der DR Kongo.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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