Ausgabe September 2003

Gütesiegel für Multis

Die vergangenen Jahre waren nicht die besten für transnationale Konzerne – zumindest was ihr Bild in der Öffentlichkeit anging. Es gab schwere Tankerunglücke – etwa der "Exxon Valdez" 1989 oder kürzlich der "Prestige" –, Auseinandersetzungen um die Entsorgung von Ölplattformen und die Bestürzung über die verheerenden Arbeitsbedingungen von Menschen in Betrieben der Bekleidungsindustrie. Die betroffenen Marken gerieten zumindest zeitweise in Misskredit. Kritiker forderten international verbindliche Regelwerke für multinational tätige Konzerne. Die Unternehmen selbst hingegen reagierten mit einer ganzen Reihe von Modellen freiwilliger Selbstverpflichtung. Diese Verfahren werden nun zum Teil mit einigem Erfolg propagiert. Reichen sie aus, um eine Orientierung der Unternehmen an ökologischen und sozialen Standards nachhaltig festzuschreiben – oder "picken sich die Unternehmen nur jene Verantwortungsbereiche heraus, in denen es ihnen am wenigsten wehtut, Zugeständnisse zu machen"?1

Das Gütesiegel Social Accountability 8000 – kurz SA 8000 – wurde von einer USamerikanischen Verbraucherinitiative, dem Council on Economic Priorities Accreditation Agency (CEPAA) in Kooperation mit Vertretern der Wirtschaft, von Gewerkschaften und anderen Nicht-Regierungsorganisationen entwickelt.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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