Ausgabe November 2003

Musikkonzerne und Internet-Tauschbörsen

Neue technische Möglichkeiten und ihre ökonomischen Perspektiven werden oft nicht zuerst von saturierten Großunternehmen wahrgenommen. Der Computergigant IBM beispielsweise hatte in der zweiten Hälfte der 70er Jahre den das folgende Jahrzehnt prägenden fulminanten Durchbruch von Mikrocomputern und deren Betriebssystemen völlig unterschätzt. Und die großen Pharmakonzerne taten sich noch in den 80er Jahren teilweise sehr schwer mit den ökonomischen Potentialen der Gentechnik, die so gar nicht zu ihren lange Zeit erfolgreichen Strategien der chemisch synthetisierten Arzneimittelherstellung passte.

Erste Anstöße zur Aneignung und Kommerzialisierung neuer technischer Möglichkeiten kommen auch heute oft von noch nicht etablierten und kaum sichtbaren neuen Akteuren: Bastlern, Hackern, Softwareentwicklern, lose verbundenen subcommunities oder technologieorientierten Start-up-Firmen, die mit ihrem Treiben bisweilen in der Lage sind, eingespielte Geschäftsmodelle und lange Zeit erfolgreiche Forschungs-, Produktions- und Vertriebsstrukturen der etablierten Konzerne aufzumischen und neu zu sortieren.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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