Ausgabe November 2003

Musikkonzerne und Internet-Tauschbörsen

Neue technische Möglichkeiten und ihre ökonomischen Perspektiven werden oft nicht zuerst von saturierten Großunternehmen wahrgenommen. Der Computergigant IBM beispielsweise hatte in der zweiten Hälfte der 70er Jahre den das folgende Jahrzehnt prägenden fulminanten Durchbruch von Mikrocomputern und deren Betriebssystemen völlig unterschätzt. Und die großen Pharmakonzerne taten sich noch in den 80er Jahren teilweise sehr schwer mit den ökonomischen Potentialen der Gentechnik, die so gar nicht zu ihren lange Zeit erfolgreichen Strategien der chemisch synthetisierten Arzneimittelherstellung passte.

Erste Anstöße zur Aneignung und Kommerzialisierung neuer technischer Möglichkeiten kommen auch heute oft von noch nicht etablierten und kaum sichtbaren neuen Akteuren: Bastlern, Hackern, Softwareentwicklern, lose verbundenen subcommunities oder technologieorientierten Start-up-Firmen, die mit ihrem Treiben bisweilen in der Lage sind, eingespielte Geschäftsmodelle und lange Zeit erfolgreiche Forschungs-, Produktions- und Vertriebsstrukturen der etablierten Konzerne aufzumischen und neu zu sortieren.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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