Ausgabe Januar 2004

Von Amerika lernen

Vier Vorschläge zur Hochschulreform

Eine Reformpolitik für die höhere Bildung in Deutschland steht vor zwei großen Herausforderungen. Zum einen muss eine nachhaltige Lösung für die seit Jahrzehnten mangelhafte Finanzierung der Hochschulen gefunden werden. Ein umfassender Vorschlag dazu, der bis heute leider seine Aktualität nicht verloren hat, wurde in einer früheren Ausgabe dieser Zeitschrift präsentiert.1 Zum anderen wird aber auch von vielen Seiten nach einem organisatorischen Neustart einer etwas in die Jahre gekommenen Institution gerufen.

Das ist keine triviale Aufgabe, die mit der einfachen Übertragung von erfolgreichen Konzepten aus anderen Gesellschaftsbereichen zu lösen wäre. Denn Hochschulen stellen organisationsseitig etwas ganz Eigenes dar. Um die Kategorien des Soziologen Talcott Parsons zu benutzen: die Universität gehört nicht zur Sphäre der Ökonomie, sie gehört nicht zur Dimension der Politik, sondern sie gehört zum Treuhandsystem der Gesellschaft.2 In einer Selbstbindung moderner Gesellschaften werden ihre kognitiven Ressourcen durch institutionelle Absonderung sowohl vor der Anfechtung durch die eigennützigen Interessen des Geldes wie vor der Verführung durch eine Unterordnung unter Mehrheitsmeinungen geschützt, bewahrt und entwickelt.

Die Treuhänder-Funktion des Wissenschaftssystems findet international breite Akzeptanz.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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