Ausgabe September 2004

60 Jahre Weltbank:

Armutsbekämpfung durch Neoliberalismus?

Mit dem Amtsantritt von Präsident James Wolfensohn 1995 schrieb sich die Weltbank die Armutsbekämpfung wieder offensiv auf ihre Fahnen. Doch was ist bald zehn Jahre später aus diesem Vorhaben geworden? Eine Bewertung dieser "neuen" Orientierung bedarf zunächst eines Rückblicks auf die Geschichte der Armutsbekämpfung durch die Weltbank - ihrer Propagierung in den 70er Jahren wie auch ihrer Verdrängung in den 80ern unter dem Primat der Strukturanpassung, um anschließend die "Renaissance" der Armutsorientierung in den 90er Jahren zu analysieren.

Ein Blick in die Geschichte der International Bank for Reconstruction and Development (IBRD) zeigt, dass das Ziel der Armutsbekämpfung nicht ganz so neu ist, wie dies unter Präsident Wolfensohn oft suggeriert wird. Doch wurde es der Bank keinesfalls schon 1944 bei ihrer Gründung in Bretton Woods in die Wiege gelegt. In den "Articles of Agreement" der IBRD ist nicht einmal von Armut oder armen Ländern die Rede, geschweige denn von Armutsbekämpfung.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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