Ausgabe September 2005

Terrorismus und das Recht auf die Stadt

Protestkundgebung gegen den Republikanischen Parteitag in New York. Tausende Polizisten waren im Einsatz, 2.9.2004 (IMAGO / ZUMA Press Wire)

Bild: Protestkundgebung gegen den Republikanischen Parteitag in New York. Tausende Polizisten waren im Einsatz, 2.9.2004 (IMAGO / ZUMA Press Wire)

Im Schatten der Terrorismusängste spielen heute, wenn in den Vereinigten Staaten über städtisches Leben und Stadtentwicklung diskutiert wird, Sicherheitsfragen eine beherrschende Rolle. Aber was hat sich nach dem 11. September 2001 in den Städten und in der Planung städtischer Siedlungsräume tatsächlich verändert? Und in welchem Verhältnis stehen diese Veränderungen zum Terrorismus?

Meine Argumentation geht im Folgenden von der Grundannahme aus, dass unabhängig davon, wie sich die Terrorismusgefahr seit 9/11 gewandelt hat, alles, was als Reaktion auf diese Bedrohung ausgegeben wird, enorme Veränderungen bewirkt hat. Ich behaupte, dass es auf die reale Gefahr sowohl eine legitime Antwort gibt als auch eine falsche, und dass die Auswirkungen der legitimen Reaktion verglichen mit denen der falschen gering, ja fast trivial sind und eher eine Fortsetzung, vielleicht eine Intensivierung von Trends darstellen, die sich schon vorher klar erkennen ließen. Hingegen sind die Auswirkungen dessen, was fälschlich als Antwort auf die behauptete Terrorismusgefahr ausgegeben wird, beträchtlich. Man hat diese Gefahr als Vorwand benutzt, um Veränderungen zu betreiben, die nichts mit physischer Sicherheit oder dem Schutz vor Terrorismus zu tun haben.

Es kommt deshalb zunächst einmal darauf an, den Unterschied zwischen legitimen und falschen Reaktionen auf den Terrorismus zu begreifen.

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