Ausgabe April 2006

Volksfront im Himalaya

Weitgehend unbeachtet von der internationalen Öffentlichkeit kämpfen seit nunmehr zehn Jahren maoistische Aufständische gegen Nepals Monarchie. Anfangs auf vereinzelte Kommandoaktionen im Hinterland beschränkt, hat sich der Konflikt zu einer der größten Menschenrechtskatastrophen in Asien entwickelt: 13000 Menschen wurden getötet, nirgendwo auf der Welt „verschwinden“ derzeit mehr Menschen als in dem Himalayaland. Die Aufständischen kontrollieren inzwischen weite Teile der ländlichen Regionen; in vielen Distrikten befinden sich nur noch die Kasernen in Regierungshand.

Jüngst sind die Fronten in dem Konflikt jedoch stark in Bewegung geraten. Dies liegt in erster Linie an der überraschenden ideologischen Öffnung der maoistischen Aufständischen, die sich im Februar zur Mehrparteien-Demokratie bekannten – ein geradezu sensationeller Schritt für eine Partei, die Mitglied im Revolutionary Internationalist Movement, eine Art maoistische Internationale, ist. Dadurch eröffnen sich nunmehr Möglichkeiten für eine Zusammenarbeit mit den bürgerlichen Parteien Nepals, die ebenfalls an einem Ende der autokratischen Herrschaft von König Gyanendra interessiert sind.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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