Ausgabe Mai 2006

Grüne Gentechnik auf dem Vormarsch

Seit dem Regierungswechsel in der Bundesrepublik dürfen die internationalen Agro-Konzerne wieder hoffen. Von Innovationshysterie und Fortschrittsbesessenheit getrieben, erweisen sich vor allem Politiker der Union, zu deren größten finanziellen Gönnern mit dem Verband der Chemischen Industrie auch Profiteure der Gentechnik gehören, als treue Steigbügelhalter. Dass seit Jahren konstant mehr als zwei Drittel der Bevölkerung diese Risikotechnologie ablehnen, stört dabei genauso wenig wie die sich immer mehr bestätigenden Indizien negativer gesundheitlicher und ökologischer Nebenwirkungen gentechnisch veränderter Pflanzen.1 Auch die Untergrabung der Nahrungsmittelsouveränität und die regelrechte Versklavung von Kleinbauern in Afrika, Asien und Südamerika – durch Patentrecht, Terminatortechnologie und Wiederaussaatverbot – bewegt jene christlichen Politiker wenig. Stattdessen wird weiter das Lied vom Segen der Gentechnik für die Bekämpfung des Welthungers gesungen. Der Umstand, dass sich unter den Staaten, die vor der Welthandelsorganisation (WTO) gegen die angeblich zu restriktive Gentechnikregulierung der Europäischen Union klagen, trotz intensiver Bemühungen der USA nur satte Industrieländer befinden, widerlegt allerdings diese Behauptung.

Dennoch zeigt der handelspolitische Druck inzwischen Wirkung.

Cover Mai 2006

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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