Ausgabe Mai 2006

Iranische Petro-Euro

Derweil sich die Auseinandersetzung über das iranische Atomprogramm weiter zuspitzt, beabsichtigt der Iran, eine eigene Ölbörse zu eröffnen. Ursprünglich sollte die neue Iranian Oil Bourse (IOB) bereits am 20. März öffnen, dann musste der Termin allerdings noch einmal um einige Monate verschoben werden. Das Besondere der iranischen Ölbörse ist, dass sie neben dem US-Dollar auch erstmals den Euro als Handelswährung zulassen wird.

Standort der Börse soll laut Informationen der „Iran Daily“ die im Persischen Golf gelegene Freihandelsinsel Kisch sein. Neben dem Handel mit iranischem Öl hofft man vor allem darauf, dass Ölförderländer um das Kaspische Meer dazu übergehen, die neue Ölbörse zu nutzen. Bisher wird Öl nur an zwei Börsen gehandelt, an der New York Mercantile Exchange (NYMEX) und der Intercontinental Exchange (ICE) in London. Beide Ölbörsen sind in amerikanischem Besitz und handeln ausschließlich in Dollar. Sollte sich dagegen die iranische Ölbörse erfolgreich etablieren, wäre die Monopolstellung des Dollar als Ölwährung gebrochen.

Dieser Zusammenhang wird in der politischen Öffentlichkeit derzeit sehr kontrovers diskutiert. Während einige Autoren mögliche Auswirkungen herunterspielen, prognostizieren andere katastrophale wirtschaftliche Folgen für die Vereinigten Staaten.

Die Bedeutung der Frage, in welcher Währung Öl gehandelt wird, wurde zuletzt immer wieder hervorgehoben.

Cover Mai 2006

Sie haben etwa 14% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 86% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Weitere Artikel zum Thema Wirtschaft

Der Lieferketten-Backlash – und was trotzdem bleibt

von Armin Paasch, Miriam Saage-Maaß

Nach langem Ringen hat das Europäische Parlament am 16. Dezember 2025 dem sogenannten Omnibus-I-Paket zugestimmt, das zentrale Regelwerke des European Green Deal »vereinfachen« soll. Tatsächlich hat die Europäische Volkspartei damit allerdings nicht vereinfacht, sondern vielmehr die »Brechstange« (Manfred Weber, CSU) an die EU-Lieferkettenrichtlinie angesetzt.