Ausgabe Juli 2006

Abgashandel

Die verheerenden ökologischen und ökonomischen Folgen des globalen Klimawandels machen klimapolitische Maßnahmen zwingend notwendig. Mittlerweile herrscht weitgehend Einigkeit darüber, dass die Politik umsteuern muss, um der zunehmenden Konzentration von Treibhausgasen in der Atmosphäre entgegenzuwirken. Die auf der Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro 1992 beschlossene Klimarahmenkonvention und das daraus folgende Kyoto-Protokoll stellen die wesentlichen Grundlagen der internationalen Klimapolitik dar. Das Protokoll gibt in einem festgelegten Zeitrahmen völkerrechtlich verbindliche und überprüfbare Klimaschutzziele vor und begrenzt damit erstmalig die Menge an Treibhausgasen, die die Unterzeichnerstaaten emittieren dürfen.

Bezogen auf das Basisjahr 1990 sollen die Emissionen der sechs Treibhausgase1 innerhalb des Zeitraums 2008- 2012 um durchschnittlich fünf Prozent reduziert werden. Diese Mindestreduktionspflicht wird unterschiedlich auf die Vertragsstaaten verteilt. So soll die Europäische Union insgesamt acht Prozent reduzieren, wobei dieses Ziel auf die einzelnen Mitgliedstaaten umverteilt wird. Die Bundesrepublik hat im Rahmen der EU-Lastenteilungsvereinbarung eine Emissionsreduktion von 21 Prozent übernommen.

Um dramatische Umweltschäden zu vermeiden, ist es erforderlich, den weltweiten Temperaturanstieg langfristig auf maximal zwei Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Stand zu begrenzen.

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Aktuelle Ausgabe Februar 2026

In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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