Ausgabe März 2007

Vom Schmuddelkind zum Öko-Pionier?

Die Neuausrichtung der US-Energiepolitik

Frosty E. Hardiman war schockiert: Kay Walls, ein Lehrer seiner in die siebte Klasse gehenden Tochter, hatte für den Unterricht im Fach Wissenschaft eine Filmvorführung von Al Gores Dokumentation über den Klimawandel („An Inconvenient Truth“) angesetzt. Hardiman setzte alle Hebel in Bewegung, um dieses Ansinnen zu stoppen. Zunächst erreichte er, dass der Schulrektor in einem Vorort von Seattle den Filmbesuch untersagte. Dann schaltete sich das lokale School Board – ein in den Vereinigten Staaten wichtiges, gewähltes Gremium, das die Auswahl der Lehrer und die Ausrichtung der Schulen bestimmt – ein und verhängte ein vorläufiges Filmvorführungsverbot. Nur mit Einverständnis des Rektors und unter der Bedingung, dass die Schüler „ausgewogen“ informiert würden – also auch Wissenschaftler, die den Treibhauseffekt anzweifeln, zu Wort kommen –, sei das Schauen des für einen Oskar in der Kategorie „beste Dokumentation“ nominierten Werkes möglich.1

Vor dem Hintergrund dieser Anekdote lässt sich nachvollziehen, wieso die jüngsten Äußerungen von Präsident George W. Bush in seiner „State of the Union Address“ am 23. Januar 2007 als kleine Sensation aufgefasst worden sind. Hatte der republikanische Präsident in den ersten sechs Jahren seiner Amtszeit, ganz im Sinne von Männern wie Frosty E.

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