Ausgabe Oktober 2007

Schöne neue Landwirtschaft

Landwirtschaft ist wieder en vogue. Erstmals seit 1982 widmet die Weltbank 2008 diesem Thema ihren „World Development Report“ – das Aushängeschild ihrer Publikationen. Die zentrale Fragestellung lautet: Wie kann landwirtschaftliches Wachstum zur Minderung von Armut und Hunger beitragen?1Damals, vor 25 Jahren, hatte die Weltbank ein klares Rezept: Liberalisierung von Importen und Exporten, Privatisierung ländlicher Dienstleistungen wie Kredite, Beratung und Marketing, Abschaffung von Subventionen für Saatgut, Düngemittel und Maschinen, höhere Produktivität durch Hochleistungssorten und Bewässerung, zugleich weniger Steuern und Staat – und die Landwirtschaft wird wachsen, die Armut sinken. Weniger Förderung und weniger Schutz war also politisches Programm. Die Folgen der Umsetzung sind bekannt: Die Landwirtschaft und insbesondere die Kleinbauern stecken vielerorts in einer tiefen Krise. Dabei leben laut Weltbank rund 2,5 der insgesamt 5,5 Milliarden Einwohner sogenannter Entwicklungsländer nach wie vor von der Landwirtschaft. Trotzdem sind diese Länder seit 2000 im Schnitt Netto-Importeure landwirtschaftlicher Erzeugnisse.2 Die Anzahl Hungernder sinkt nicht, sondern steigt.

Die „sichtbare Hand“ des Staates

Der Report 2008, der zur diesjährigen Herbsttagung der Weltbank am 19. Oktober in Washington erscheinen wird, trägt den vielsagenden Titel: „Agriculture for Development“.

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In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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