Ausgabe Dezember 2007

Elitäre Exzellenz

Der Jubel war groß bei den sechs Universitäten, die in der jüngsten Exzellenzrunde reüssieren konnten und nun im Volksmund „Eliteuni“ heißen. Zusammen mit den schon im Jahr zuvor Platzierten können sie sich nun über einige hundert Millionen Euro zusätzlich zur Finanzierung ihrer Exzellenzinitiativen freuen: vornehmlich Doktorandenprojekte und Graduiertenkollegs.1

Mehr Geld für die Spitzenforschung ist eigentlich eine gute Sache, könnte man meinen. Nun ist die Bundesrepublik aber laut des jüngsten OECD-Bildungsberichts genau an einem Punkt bereits Spitze: bei der Zahl der „Absolventen in weiterführenden Forschungsprogrammen“, sprich den Promotionen. Dagegen krankt das deutsche Bildungswesen wie gehabt vor allem an einem: In keinem anderen vergleichbaren Land ist die soziale Herkunft so entscheidend für den erlangten Bildungsgrad und nirgends wird so früh in verschiedene Bildungsgänge aufgeteilt wie hier, was sich nicht zuletzt in der geringen Zahl der Studienanfänger niederschlägt.

Einbruch bei den Studienanfängerzahlen

Während also insgesamt knapp zwei Milliarden Euro für Sonderprogramme den gekürten „Eliten“ sowie Einzelprojekten auch an anderen Hochschulen zur Verfügung gestellt werden, bröckelt zugleich die universitäre Basis von morgen.

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In der Februar-Ausgabe analysiert Ferdinand Muggenthaler die Folgen des US-Militärschlags in Venezuela für Lateinamerika – und erläutert, an welche Grenzen Trumps imperiale Ambitionen auf dem Subkontinent stoßen könnten. Nach vier Jahren russischer Vollinvasion und einem Jahr Trump ist die Ukraine zu einem zentralen Schauplatz im Ringen um eine imperiale globale Ordnung avanciert, argumentiert Steffen Vogel. Ulrich Menzel beschreibt die Konturen des heranbrechenden neuen imperialistischen Zeitalters, in dem das »Trio infernale« – USA, Russland und China – miteinander um die globale Vorherrschaft ringt. Seyla Benhabib beleuchtet unter Rückgriff auf das Denken Hannah Arendts die dramatischen Herausforderungen der Demokratie im planetarischen Zeitalter. Sonja Peteranderl zeigt auf, wie sich deutsche Behörden aus ihrer Abhängigkeit von Trump-hörigen Tech-Konzernen lösen können. Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk hierzulande nicht nur innenpolitisch unter Druck steht, sondern auch ausländische Regierungen politisch Einfluss auszuüben versuchen, zeigt Wolfgang Kraushaar am Beispiel der Kontroverse um die ARD-Israel-Korrespondentin Sophie von der Tann. Und Georg Diez plädiert angesichts der wachsenden Stimmenanteile der AfD für die Abkehr von Parteidisziplin und den Umbau der Demokratie hin zu einer zielorientierten Zwei-Drittel-Republik.

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