Ausgabe Januar 2008

Irak: Flucht und Vertreibung

Es ist eine Katastrophe, von der hierzulande kaum jemand weiß: Die seit dem Einmarsch der Koalitionstruppen im Irak allgegenwärtige Gewalt hat zu einer dramatischen Massenfluchtbewegung geführt.1 Schon jetzt ist die Anzahl der Flüchtlinge weit größer als die durch den Palästinakrieg im Jahr 1948 ausgelösten Flüchtlingsbewegungen.

Es ist eine Katastrophe, von der hierzulande kaum jemand weiß: Die seit dem Einmarsch der Koalitionstruppen im Irak allgegenwärtige Gewalt hat zu einer dramatischen Massenfluchtbewegung geführt.1 Schon jetzt ist die Anzahl der Flüchtlinge weit größer als die durch den Palästinakrieg im Jahr 1948 ausgelösten Flüchtlingsbewegungen. Während damals knapp 900 000 Palästinenser vertrieben wurden, befinden sich heute rund 4,5 Millionen Iraker auf der Flucht – immerhin etwa ein Fünftel der gesamten irakischen Vorkriegs- Bevölkerung. Gleichzeitig wird diese gewaltige Fluchtbewegung im Nahen und Mittleren Osten garantiert nicht ohne erhebliche gesellschaftliche und politische Folgen bleiben, insbesondere in den Anrainerstaaten.

Die Hälfte der irakischen Flüchtlinge sind Binnenflüchtlinge, die anderen – bislang mehr als 2,2 Millionen Menschen – sind in die Nachbarländer geflohen.

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