Ausgabe März 2008

Nokia oder Das Scheitern der Subventionitis

Was für ein Aufschrei: Über Wochen und über alle Parteigrenzen hinweg erregte der Fall Nokia die Gemüter. Minister verschrotteten publikumswirksam ihre Nokia-Handys – natürlich ohne Erfolg. Tatsächlich werden rund 4000 Arbeitsplätze (direkt und indirekt bei Zulieferern) verloren gehen, weil Nokia seine Handy-Produktion in Bochum einstellt. Diese sei, wie die Konzernführung mitteilt, vor dem Hintergrund weltweit erzielbarer Preise nicht mehr profitabel – jedenfalls nicht mehr maximal profitabel. Wenn auch in Bochum tiefschwarze Zahlen geschrieben werden, so kann offensichtlich an anderen Standorten in der Europäischen Union eine größere, eben eine maximale, Profitrate, also mehr Gewinn aufs eingesetzte Eigenkapital, erzielt werden.

Doch ist ein derart kapitalistisches Denken verwerflich und neu, wie man angesichts des kollektiven Protests meinen konnte? Keineswegs. Deshalb ist auch die von der Politik erhobene Anklage gegen einen sich lediglich kapitalistisch „korrekt“ verhaltenen Konzern heuchlerisch.

Das Streben nach maximalem Profit

Und dies gleich aus mehreren Gründen. Erstens streben Unternehmer in einer von der Politik gewollten marktwirtschaftlich- kapitalistischen Ordnung immer nach maximalen Profiten.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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