Ausgabe Oktober 2008

Nachhaltigkeit light

CSR – bis vor kurzem hätte kaum jemand etwas mit diesem Kürzel anfangen können. Doch auf einmal ist „Corporate Social Responsibility“, sprich: verantwortungsbewusste Unternehmensführung, in aller Munde. Wie selbstverständlich berichten die Wirtschaftsteile aller großen Zeitun-gen über die Aktivitäten von Unternehmen, die sich auf irgendeinem Ge-biet besonders engagieren. So schickt ein großer Konzern unter dem Label Social Volunteering Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Behindertenein-richtungen, um Wände zu streichen, ein anderes spendet Geld für Ob-dachlosenprojekte und betreibt somit Social Sponsoring, und ein drittes entwickelt in einer Public Private Partnership gemeinsam mit der öffent-lichen Hand ein Klimaschutzprojekt – und dies alles, um zu zeigen, dass man Corporate Citizenship ernst nimmt, sich also als Unternehmen als aktiver Teil des Gemeinwesens versteht.

Dieselben Zeitungen, die nun begeistert von den ständig neuen Pro-jekten berichten, haben vor nicht allzu langer Zeit noch gelangweilt abge-winkt, wenn es um „Nachhaltiges Wirtschaften“ ging. Nachhaltigkeit er-schien als ‚hartes’ Wirtschaftsthema völlig ungeeignet. Jetzt sprießen zu CSR Managerseminare und -tagungen wie Pilze aus dem Boden. Bera-tungsunternehmen und Wirtschaftsprüfungsgesellschaften – allen voran die großen und etablierten – bauen in Erwartung eines lukrativen Geschäfts eigene Abteilungen dazu auf.

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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