Ausgabe August 2009

Die Quadratur des Kreises

Blätter-Gespräch

Am 17. Juni dieses Jahres starb im Alter von 80 Jahren Lord Dahrendorf, einer der großen liberalen Europäer – für seinen Jahrgangsgenossen Jürgen Habermas der „entschiedenste und weitsichtigste Geist unserer Generation“. Wie weitsichtig Dahrendorf dachte, zeigt exemplarisch das „Blätter“-Gespräch, das Karl D. Bredthauer 1996 im Oxforder St. Antony’s College, der langjährigen Wirkungsstätte Dahrendorfs, mit diesem führte. Viele der Themen, die den gegenwärtigen Diskurs bestimmen – von den exkludierenden Tendenzen der Globalisierung bis hin zur „autoritären Versuchung“–, werden dort bereits angeschnitten, und zwar in einer Klarheit, wie man sie gegenwärtig, in den Zeiten einer von manchen bereits für überwunden erklärten globalen Krise, sehr vermisst. Das Gespräch, das wir hier in Auszügen wiedergeben, erschien in den „Blättern“ 6/1996. Den vollständigen Text finden Sie auf unserer Archiv-DVD 1990-2008. (Ein weiteres Gespräch mit Ralf Dahrendorf, zum Thema „Europa und die Zukunft des Westens“, findet sich in der „Blätter“-Märzausgabe 2005.) – D. Red.

Blätter: Lord Dahrendorf, Sie haben gesagt, die wichtigste Aufgabe der OECD-Welt, der vormals so genannten Ersten Welt also, in der kommenden De-kade sei so etwas wie die Quadratur des Kreises.

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In der Juni-Ausgabe deutet Andreas Püttmann den Aufstieg der Rechten als Ausdruck einer tiefgreifenden kulturellen Krise und eines entgrenzten Narzissmus. Meron Mendel plädiert für eine Pluralisierung der Erinnerungskultur, die nicht nur warnt, sondern auch verbindet. Angesichts des gegenwärtigen autoritären Umbruchs entwirft Franziska Brantner einen neuen Liberalismus, der Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit zusammendenkt. Nina Kolleck erklärt, warum die Nutzung von Social Media kein Privatproblem ist und die Verantwortung für deren gravierende Folgen zuvorderst bei den Plattformbetreibern liegt. Carola Lentz würdigt die Geschichte des Goethe-Instituts und die demokratische Qualität seiner Kulturarbeit, die heute zunehmend in das Fahrwasser rauer Machtpolitik gerate. Wolfgang Zellner lotet in einer von Ordnungszerfall und Großmachtkonkurrenz geprägten Welt die Handlungsspielräume Europas aus, während Wolfgang Kaleck fragt, wie sich das Völkerrecht gegen Trump verteidigen – und weiterentwickeln – lässt.

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