Ausgabe Januar 1991

Demokratisierung in Afrika.

Aussichten und Bedingungen

Die Demokratie scheint - nach entsprechenden Entwicklungen in Lateinamerika, Asien und Osteuropa - nun auch in Afrika auf der politischen Tagesordnung zu stehen. Der Übergang von autoritären Regimes zu parlamentarischen Mehrparteiensystemen, zur liberalen Demokratie westlichen Zuschnitts, wird von innen wie von außen gefordert. Die westlichen Industrieländer wollen ihre "Entwicklungshilfe" für Afrika enger mit Forderungen nach einer politischen Demokratisierung verknüpfen. Nach dem Ende der ideologischmilitärischen Ost-West-Konfrontation bahnt sich eine neue Konditionalisierung der "Entwicklungshilfe" an. Dabei fügt sich die politische in die wirtschaftliche Konditionalisierung, wie sie Weltbank, Internationaler Währungsfonds und die meisten Geberländer mit der Forderung nach wirtschaftlicher Liberalisierung und der Öffnung zum Weltmarkt im Gegenzug zu weiteren Finanzzusagen betreiben: Marktwirtschaft ergänzt durch liberale Demokratie.

Unterdessen plädieren auch kritische Intellektuelle hier - auf der Basis der Unteilbarkeit von Freiheits- und Menschenrechten für einen "neuen Internationalismus", der die Demokratisierung "materiell" absichern soll.

Sie haben etwa 4% des Textes gelesen. Um die verbleibenden 96% zu lesen, haben Sie die folgenden Möglichkeiten:

Artikel kaufen (1€)
Digitalausgabe kaufen (10€)
Anmelden

Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

Zur Ausgabe Probeabo

Weitere Artikel zum Thema

Südsudan: Krieg im Patronagestaat

von Simone Schlindwein

Seit nunmehr drei Jahren tobt im Sudan ein brutaler Krieg zwischen dem sudanesischen Militär SAF und der paramilitärischen Miliz RSF mit ihren rivalisierenden Anführern General Abdelfatah al Burhan und General Mohammed Hamdan Daglo; mehre Millionen Menschen wurden seither innerhalb des eigenen Landes und in Nachbarländer vertrieben, Hunderttausende getötet.