Ausgabe Juli 1991

Bevölkerungs- statt Entwicklungspolitik

Die Berichte zur Lage der Weltbevölkerung

Angesichts des immer mehr in Mode gekommenen Berichtswesens bei allen Gremien und Sonderorganisationen der Vereinten Nationen sieht sich der Bevölkerungsfonds (United Nations Fund for Population Activities, UNFPA) schon seit einigen Jahren ebenfalls genötigt, seine Existenz zu rechtfertigen. Bis einschließlich 1986 fanden die B e r i c h t e z u r L a g e d e r W e l tb e v ö l k e r u n g in der Bundesrepublik Deutschland allerdings wenig Resonanz, wohl auch, weil es damals nur inkohärente deutsche Zusammenfassungen des englischen Textes gab.

1. Die Berichte der Jahre 1987-1990: ein Rückblick

Erst 1987 legte der Fonds einen auch in deutscher Übersetzung lesbaren Text vor, der gleichzeitig als propagandistisches Begleitmaterial für den "Tag der fünf Milliarden" gedacht war. An diesem Tag, dem 11. Juli 1987, wurde damals die - fiktive - Geburt des fünfmilliardensten Erdenbürgers gefeiert, ein Anlaß, um nochmals nachdrücklich auf die Notwendigkeit hinzuweisen, das Bevölkerungswachstum zu reduzieren. Der Bericht 1987 "Die Welt der fünf Milliarden" ging denn auch ganz in diesem Sinne zu Werke und malte das Schicksal des neuen Erdenbürgers, der höchstwahrscheinlich in einem Entwicklungsland zur Welt kommen würde, in den düstersten Farben. Gleichzeitig führte man Scheinargumente von Familienplanungsgegnern ins Feld (so z.B.

Juli 1991

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