Ausgabe November 1991

Zweierlei Recht?

Ein Zwischenruf zum Stasi-Problem

Die redaktionellen Vorhaben, nach einem Jahr Einheit ostdeutsche Autorinnen und Autoren Bilanz ziehen zu lassen, durchbrechen wir mit dem nachstehenden Zwischenruf des Hamburger Richters Bernd Hahnfeld zur laufenden "Stasi"-Debatte. Mit dem gleichen Thema hat sich in den "Blättern" Lutz Rathenow (Die Zeit heilt gar nichts, Vom Umgang mit den Stasi-Akten, Heft 12/1990) auseinandergesetzt. D. Red.

Rückblickend sehen ehemalige Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) sich selbst als Teile eines riesigen Unterdrückungsapparates, der die lebensfremde Politik eines vergreisten, ignoranten und privilegiengesicherten Politbüros an den wirklichen Interessen der Bürger vorbei unter Verletzung der Menschenrechte der Meinungs-, Rede- und Versammlungsfreiheit sowie der Ausreisefreiheit dirigistisch durchgesetzt hat.

November 1991

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Aktuelle Ausgabe April 2026

In der April-Ausgabe erinnert Hauke Brunkhorst an den großen Sozialphilosophen und langjährigen »Blätter«-Mitherausgeber Jürgen Habermas, der am 14. März 2026 gestorben ist. Im Mittelpunkt seines Lebenswerks stand die Verteidigung der Demokratie. Diese, und mit ihr die Idee eines freien Westens, wird derzeit besonders von einer Figur herausgefordert: Donald Trump. Den unkalkulierbaren Folgen des Irankriegs für die Region wie für die internationale Ordnung widmen sich Dalia Dassa Kaye sowie Nicole Deitelhoff. Robert Kagan wiederum skizziert die absehbaren kriegerischen Folgen einer durch Trump zerstörten amerikanischen Ordnung – und deren hohe Kosten für die USA selbst. Was uns Thukydides heute über den drohenden Zusammenbruch der liberalen Welt lehren kann, fragen Carlotta Voss und Daniel-Pascal Zorn. Und Nick Reimer sowie Olga Bubich erinnern an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor vierzig Jahren und ihre Gegenwart im Schatten des Ukrainekrieges.

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